Bild: Wie gelingt es gesunden Menschen, aus einer Vielzahl von Schallquellen die Stimme des aktuellen Gesprächspartners herauszufiltern? Das untersuchen Oldenburger Forscher mit EEG-Messungen und virtueller Realität. Universität Oldenburg/Giso Grimm
In Klassenzimmern, Großraumbüros oder in der Nähe vielbefahrener Straßen fällt vielen Menschen das Hören schwer. Um zu verstehen, wie die akustische Wahrnehmung in solch komplexen Umgebungen funktioniert, setzen Oldenburger Experten auf virtuelle Realität (VR). Gemeinsam mit Partnern leiten sie drei Projekte im neuen Schwerpunktprogramm AUDICTIVE („Auditive Kognition in interaktiven virtuellen Umgebungen“) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).
Am 24. September 2020 wurde das erste vollständig implantierbare Cochlea-Implantat (Totally Implantable Cochlear Implant - kurz TICI) in Europa eingesetzt. Implantiert wurde es von Prof. Dr. Philippe Lefebvre, Leiter der HNO-Abteilung des Universitätsklinikums Lüttich und Professor an der Universität Lüttich in Belgien, im Rahmen einer klinischen Machbarkeitsstudie. Ein junger Mann, der an nahezu vollständigem Hörverlust litt, ist damit die erste Person in Europa, der das neuartige TICI implantiert wurde. Bild: Prof. Dr. Philippe Lefebvre, MedEl
Schwerhörigen Menschen einen besseren Musikgenuss verschaffen – das ist das langfristige Ziel des Oldenburger Hörforschers Dr. Kai Siedenburg. Für seine außerordentliche Forschung erhält er jetzt ein Freigeist-Fellowship der VolkswagenStiftung. Rund 1,1 Millionen Euro stehen dem Nachwuchswissenschaftler, der am Department für Medizinische Physik und Akustik der Universität Oldenburg forscht, in den nächsten fünf Jahren zur Verfügung, um seine wissenschaftliche Arbeit voranzutreiben und eine Nachwuchsgruppe aufzubauen. Siedenburg ist einer von neun Nachwuchswissenschaftlern, die in diesem Jahr ein solches Fellowship erhalten.